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Was ist eine Omega-3-Fettsäure ?
Omega-3-Fettsäuren sind eine spezielle Gruppe innerhalb der ungesättigten Fettsäuren. Sie gehören zu den essentiellen Fettsäuren. Bevor man sie als solche identifizierte, wurden sie gemeinschaftlich als "Vitamin F" bezeichnet.
"Omega-3" bedeutet, dass die letzte Doppelbindung in der meist mehrfach ungesättigten Kohlenstoffkette der Fettsäure bei der - von der Carboxylgruppe aus gesehen - drittletzten C-C-Bindung vorliegt. Omega (ω) ist der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets und bezeichnet das von der Carboxylgruppe entfernte Ende der Fettsäurekette.
Fischöle enthalten bis zu 75% an ungesättigten Fettsäuren
Bedeutung als Nahrungsmittel
Für den Menschen sind Omega-3-Fettsäuren lebensnotwendig (essenziell). Der Körper kann sie selbst nicht bilden, weshalb sie regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden müssen.
Besonders Seefische wie Makrele, Sardine, Sardelle oder Thunfisch liefern die langkettigen Omega-3-Fettsäuren. Gemäß der Ernährungstradition zählen in vielen südeuropäischen Ländern diese Fische zu einer abwechslungsreichen Speiseplangestaltung.
Bislang wurde auch eine gesundheitsschützende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren in vielen epidemiologischen Studien belegt. Sie wirken vor allem antithrombotisch und können Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen, da folgende Wirkungen im Einzelnen nachgewiesen wurden:
• Senkung des Fibrinogenspiegels und Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes
• Senkung des Gehalts an Blutfetten (Triglyceriden) und damit eine Vorbeugung der "Arterienverkalkung" (Arteriosklerose)
• Bildung Gefäß erweiternder Gewebehormone (Eicosanoide)
• Steigerung der Flexibilität von Zellmembranen
• Senkung des Blutdrucks
• Verminderung des Risiko für den plötzlichen Herztod (antiarrhythmische Effekte)
• Steigerung der Wirksamkeit weißer Blutkörperchen (Leukozyten) auf Entzündungsreaktionen r>
• Risikosenkung einer möglichen Erkrankung an Alzheimer
• Behandlung von Depressionen
Warum sind Omega-3-Fettsäuren so wichtig?
Omega-3-Fettsäuren sind lebensnotwendig (essenziell), d. h. unser Körper ist auf die regelmäßige Zufuhr angewiesen. DHA (Docosahexasäure) und EPA (Eicosapentaensäure) sind die biologisch aktivsten Omega-3-Fettsäuren. DHA ist wichtig für die Funktion des Gehirns und der Netzhaut des Auges und wird z. B. in die Membranen der Zellen in unserem Körper eingebaut, was deren Funktionen wesentlich verbessert. EPA dient unserem Organismus als Ausgangssubstanz für die Bildung von so genannten Eicosanoiden, hormonähnlichen Stoffen, die zahlreiche Vorgänge im Stoffwechsel beeinflussen. So wird aus EPA das Eicosanoid, namens Prostaglandin I3 gebildet, das gefäßerweiternd und gerinnungshemmend wirkt.
Schon für den Fetus im Mutterleib und dann für das Baby sind Omega-3-Fettsäuren wichtig, weil sie an der Entwicklung des Gehirns und der Sehfunktionen beteiligt sind.
Für Erwachsene liegen die Hauptvorteile in der Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch in der Therapie verschiedener Erkrankungen spielen Omega-3-Fettsäuren eine bedeutende Rolle.
Wie viel Omega-3-Fettsäuren braucht der Mensch und was heißt das für das tägliche Essen?
Übereinstimmend mit zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Wissenschaftlern empfiehlt der Arbeitskreis Omega-3 eine tägliche Zufuhr von 0,3 bis 0,4 g DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure): vorzugsweise aufzunehmen über zwei Fischmahlzeiten pro Woche, was ca. 30 g Fisch pro Tag entspricht. Von den zwei Mahlzeiten sollte mindestens eine aus Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch oder Sardine frisch zubereitet bestehen. Die tägliche Zufuhr lässt sich auch durch Omega-3-Produkte und/ oder Kapseln mit Öl aus Fisch oder Meeresalgen sichern.
Außerdem sollten Pflanzenöle wie Raps-, Lein- und Walnussöl, die alpha-Linolensäure enthalten, bevorzugt verwendet werden. (Rapsöl enthält durchschnittlich 9 Prozent alpha-Linolensäure.
Wichtig ist zudem, die derzeit zu hohe Zufuhr an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) z. B. aus Sonnenblumen-, Distel-, Maiskeimöl und daraus hergestellten Magarinesorten zu reduzieren
Ich mag keinen Fisch: Wie kann ich trotzdem meine Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren sicherstellen?
Es gibt mittlerweile eine Reihe von Lebensmitteln, die mit Omega-3-Fettsäuren angereichert sind, darunter:
Omega-3-Brot und -Brötchen, Omega-3-Pflanzenmargarine, Mehrfrucht-Drinks mit Omega-3-Fettsäuren, DHA-haltige Eier.
Gleichzeitig sollten Öle bzw. Fette mit einem günstigen Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren bevorzugt werden.
Durch die Einnahme von Kapseln aus Öl von Fisch und Mikroalgen lässt sich die Versorgung am leichtesten sicherstellen.
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Falls sie noch wissen möchten, wie man die essentielle Notwendigkeit von Omega 3 Fettsäuren entdeckt hat, dann lesen sie hier weiter.
Die Entdeckungsgeschichte von Omega 3 Fettsäuren
Am Anfang stand die Beobachtung, dass Eskimos, die ihrer traditionellen Lebensweise und Ernährung folgten, selten einen Herzinfarkt erlitten. Auffallend war: Ihre Nahrung enthielt besonders viele Omega-3-Fettsäuren. Weit mehr als 2.000 wissenschaftliche Studien belegen seitdem deren zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit.
Wie bei vielen Nährstoffen begann auch die Entdeckung der Omega-3-Fettsäuren und ihrer Wirkungen auf die Gesundheit des Menschen durch Beobachtungen. Vor etwa 150 Jahren reiste der deutsche Arzt Dr. Prosch nach Grönland und lernte dort die traditionelle Lebensweise der Eskimos kennen. Umweltbedingt aßen sie vorwiegend Fisch, Robben- und Walfleisch sowie deren Fett. Gemüse und Obst war absolute Mangelware. Dr. Prosch fiel auf, dass bei den Eskimos ungewöhnlich oft Nasenbluten auftrat, was jedoch ihre ansonsten gute Gesundheit nicht zu beeinträchtigen schien. Überraschend war, dass er dies mit der Ernährung - insbesondere mit dem Essen von Walfett - in Verbindung brachte, was sich später als zutreffend erweisen sollte.
Lange Zeit wurde den Berichten von Dr. Prosch keine besondere Beachtung geschenkt. Als etwa 100 Jahre später zwei dänische Ärzte - Dr. Dyerberg und Dr. Bang - nach den Ursachen des seltenen Auftretens von Herzinfarkten bei Eskimos in Grönland forschten, taten sie dies ohne von den Beobachtungen ihres deutschen Kollegen je gehört zu haben. Dyerberg und Bang untersuchten das Blut von Eskimos und fanden, dass es eine niedrige Gerinnungsfähigkeit aufweist. (Zur Erläuterung: Die Bildung von Blutgerinnseln ist eine Ursache für das Eintreten eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Beide werden dadurch ausgelöst, dass ein Blutpropfen ein kleines Blutgefäß im Herzen oder im Gehirn verstopft und so die Blutversorgung eines Bezirks unterbrochen ist.) Die Forscher fanden weiterhin, dass eine besondere Gruppe von Fettsäuren dafür verantwortlich ist: die Omega-3-Fettsäuren, die in großen Mengen im Fett von Kaltwasserfischen, Robben und Walen vorkommen.
Durch mehr als 2.000 Studien mit Omega-3-Fettsäuren weiß man heute, dass diese nicht nur die Gerinnungsfähigkeit des Blutes beeinflussen, sondern auch den Blutdruck, die Blutfette, den Herzschlag, die Wirksamkeit der weißen Blutkörperchen auf Entzündungsreaktionen und die Flexibilität von Zellmembranen. Letzteres liefert die Erklärung, warum nur das Fett von in eisigen Gewässern lebenden Tieren so reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Omega-3-Fettsäuren sind auch bei niedrigen Temperaturen flüssig und werden in die Membranen von Zellen eingebaut, die somit ebenfalls flexibel bleiben - ein überlebenswichtiger Effekt im Eismeer.
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